Knappheit entscheidet über Standorte
Shownotes
Thomas Beutel zieht ein positives, aber fachlich anspruchsvolles Fazit zur Handelsblatt-Konferenz „Wirtschaftsfaktor Wasser“. Sein Kern: Das Thema ist in Wirtschaft, Politik und Finanzwelt angekommen, doch viele Debatten bleiben zu oberflächlich. Besonders wichtig sind Standortfragen für wasserintensive Branchen, regionale Versorgungsunterschiede, Dürre- und Starkregenmanagement, vierte Reinigungsstufe, Verursacherprinzip und der vorsichtige Umgang mit Statistiken.
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00:00:20: Für
00:00:26: den ersten Tag hervorragende Referenten, gute Themen.
00:00:31: Allerdings fachlich nicht in die Tiefe diskutiert.
00:00:34: das war ein bisschen schade aber gute Impulse also.
00:00:38: die Impulse waren gut gesetzt.
00:00:40: Wasser ist angekommen in den Köpfen, es ist nicht mehr nur innerhalb der Branche.
00:00:46: Es geht auch nach außen und geht in die Politik zu den Banken.
00:00:49: Wir wissen wir müssen finanzieren, wir brauchen Geld.
00:00:54: also da waren gute gute Ansätze dabei.
00:00:57: natürlich wünscht man sich immer fachlich dann noch ein bisschen mehr Inditiven.
00:01:01: beim Wirtschaftsfaktor Wirtschaft oder beim Wirtschaftsfaktor Wasser ist ja deutlich geworden, dass es wirklich ein Wirtschafts-Faktor ist.
00:01:09: Also das kann dazu führen, dass ganze Branchen sogar vernichtet werden können oder Unternehmen dann an die Grenzen ihrer Expansion geraten oder wie Halbleiter Industrie in Schieflage kommen kann.
00:01:23: Wie müssen da Unternehmen mittlerweile operieren?
00:01:27: Denn es ist doch mal deutlich geworden ,dass die Investitionen der privaten Wirtschaft in die Wasserversorgung
00:01:35: noch eher,
00:01:36: na ich sag mal ausbauffähig sind.
00:01:39: Ja, auch da waren zwischen den Zeilen viele interessante Informationen dabei.
00:01:44: Fernwasserversorgung beispielsweise.
00:01:46: wir haben Bilder gesehen von Hessen Wasser wie das Netz aufgeteilt ist, wie weit teilweise Wasser gebracht wird aus dem Harz bis hoch nach Dremen oder die Bodenseewasserversorgungen hat ein sehr langes Netz.
00:02:00: Das ist gut!
00:02:01: Wir haben aber auch auf der anderen Seite gesehen in Bayern sehr viele Kleider-Wasserwerke, die sehr regional unterwegs sind.
00:02:09: Und das ist natürlich dann für Unternehmen, die viel Wasser brauchen.
00:02:13: Automobilindustrie in der Lackierei, Pharma-Industrie, Papierindustrie also alle die viel wasser für ihre Produktionen brauchen.
00:02:23: Die müssen dann schon gucken wo gehen sie hin?
00:02:25: Wo es sichergestellt dass auch immer genügend Wasser da ist.
00:02:30: Ein Beitrag war vom Industriepark Höchst, wo man eigentlich gesehen hat schon vor hundert und sechsten dreißig Jahren haben die geguckt.
00:02:37: Wo ist Wasser?
00:02:37: Und dann sind wir uns da an und das hat bis heute Bestand.
00:02:41: Das ist auch immer so eine Sache.
00:02:43: Wir dürfen nicht ganz vergessen was die Alten schon mal gedankt haben und darauf aufbauen und das eben weiter tragen in die Köpfe.
00:02:51: Das war der
00:02:51: Punkt.
00:02:52: Am Beispiel höchstens ja auch deutlich geworden Wie Autarp, die das machen.
00:02:56: Also wir haben es selber in die Hand genommen sehr spektakulär teilweise wie sie selber Wasser aufbereiten oder das kombinieren natürlich mit dem Flusswasser aber da eine sehr gute Arbeit machen.
00:03:10: klar die chemische Industrie traditionell braucht eine Menge Wasser genauso wie Papier und andere Bereiche.
00:03:16: Aber ist das auch ein Vorbild für andere Wirtschaftsbranchen?
00:03:22: Vielleicht nicht ganz, weil Wasser hat eine Tücke.
00:03:25: Wo wir Strom liberalisieren können.
00:03:28: Zweihundertdreißig Volt, fünfzig Hertz klare Dinge.
00:03:32: Hat Wasser eben verschiedene pH-Werte, solche Kapazitäten, Härte im Wasser, Kalkruhen, so wie Gleichgewicht.
00:03:40: Also ich kann auch Wasser nicht einfach mischen.
00:03:41: Ich kann nicht das eine Wasser mit dem anderen und dann habe ich plötzlich doppelt so viel.
00:03:46: Das funktioniert nicht.
00:03:48: Wasseraufbereitung ist da schon ein sehr spezielles Thema Und das ist auch der Punkt, warum Wasser eben nicht so einfach verfügbar ist.
00:03:56: Theoretisch können wir sagen, wir haben so viele Ozeane... Aber es ist halt Salzwasser und mehr Wasserinsalzung ist auch komplex!
00:04:04: Die Wasserverfügbarkeit von auch nutzbarem Wasser ist nicht so einfach.
00:04:09: Das war das, was ich am Anfang meinte.
00:04:11: die fachliche Tiefe hätte uns da vielleicht schon ein bisschen gut getan zu erklären warum wir so ein globales Problem mit Wasser haben weil wir haben zwar genügend aber wir können es nicht so immer verfügbar machen in der Menge wie es dann vielleicht die Wirtschaft auch an dem Standort
00:04:27: braucht.
00:04:28: Und dann haben wir, das haben wir auch am Anfang gemerkt mit den Interventionen von Professor Künzmann im punto Niederschlagsmengen.
00:04:37: Da dürfen uns nicht foppen lassen.
00:04:39: ja auch wenn die, sagen wir in dieser Langzeitbetrachtung von dem Research Institute des Handelsbordes eigentlich immer relativ gleich geblieben sind sagt er natürlich okay Wir haben mittlerweile schon andere extreme Dürreperioden mittlerweile oder Wasserarmut auf der anderen Seite dann wiederum Perioden oder Gleichzeitigkeiten, wo dann zu viel Wasser aufschlägt.
00:05:02: Also diese Durchschnittsbetrachtung hilft uns nicht wirklich weiter!
00:05:07: Ja, das ist so.
00:05:08: Also das Problem ist aber bekannt.
00:05:10: also da haben wir auch schon Lösungen eigentlich seit seit Jahren und setzen die ja um.
00:05:16: Ich kann das mal von uns in Halle berichten.
00:05:18: Wir haben eine große Kläranlage Und dann haben wir halt Regenwasser rückhalte Becken gebaut an verschiedenen Stellen der Stadt wobei stark regene Ereignissen dass Wasser erst einmal zurückgehalten wird damit die Klärandage nicht einmal überschwemmt wird.
00:05:33: Die Lösungen sind da die muss man nutzen.
00:05:36: genauso wie in Flüssen, da gibt es alte Flussbetten die man einfach noch erhalten muss damit im Falle eines Hochwassers die dann ordentlich durchströmt werden und nicht alles zubauen.
00:05:48: Das ist genau das was auch wieder an die alten denken.
00:05:52: Die haben das schon mal gewusst.
00:05:54: Und die
00:05:54: Dürrezeit also die Wasserarme Zeit beispielsweise Brandenburg ja fast dieses Jahr mittlerweile ein Thema oder Allgäu sogar.
00:06:04: wie geht man damit um?
00:06:07: Auch das haben wir heute schon schön gesehen.
00:06:09: Wir können natürlich, wie es Hessen Wasser macht aus dem Rhein nehmen die Wasser raus füllen das quasi in die Vorflut ins Zickermasser und halten damit den Grundwasserspiegel hoch.
00:06:21: Wir haben in manchen Regionen das Problem dass tatsächlich der Grundwassungsspiegel immer mehr absackt und da müssen wir einfach wieder Wasservorhaltung betreiben und aus den Flüssen das Wasser umleiten.
00:06:31: damit war das dann eben auch als Grundwasser wieder verfügbarer
00:06:35: Beispiel auch für andere Bundesländer.
00:06:37: Das Problem haben wir auch diskutiert, in Bayern schon gerade angesprochen von ihnen so eine sehr kleinteilige Regelung ja sehr sehr kommunal auf ne Gemeinde beschränkt.
00:06:50: müssen wir jetzt lernen auch das besser zu vernetzen.
00:06:53: ich will ja dass Föderale das Kleinteiliger nicht zerregen aber müssen wird es besser koordinieren.
00:07:00: Also das Kleinteilige ergibt sich über die Wasserqualität, weil das Wasser nicht einfach mischbar ist.
00:07:06: Trotzdem brauchen wir einen globalen Blick darauf, dass wir eben diese Siedlungswasserwirtschaft, das ist ein Studiengang, es wird die Siedungswasserwirtschaft, die ist global zu sehen.
00:07:17: Weil da muss ich sehen wie kann ich den Wasseraushalt organisieren, Talsperren füllen und ablassen?
00:07:24: Die Wasserströme eben einfach ein bisschen sortieren Das ist Siedlungswasserwirtschaft.
00:07:29: Das muss global gedacht werden, die Wasseraufbereitung und zur Verfügung Stellung von Trinkwasser.
00:07:36: Das ist dann wieder eine ganz regionale
00:07:38: Geschichte.
00:07:39: Und wer muss das denn in die Hand nehmen?
00:07:41: Also wir haben ja auch die riesige Debatte beim Sicherheits-Ökosystem.
00:07:45: Wenn man mit dem General Major Fleischmann redet, dann sagt er, dass ist alles unkoordiniert!
00:07:51: Da kommt da eine Krisenmeldung und da... Aber die Lage ist klar aber es kommt keine Entscheidung.
00:07:58: Irgendwo muss man das aufhängen.
00:08:00: Das Trinkwasser in höchster Trinkwasserkwalität wie wir's in Deutschland haben können bedenkenlos den Wasserhahn auf Das Wasser drunter und wir trinken das, haben da überhaupt keine Sorge.
00:08:12: Das zu erhalten ist eine kommunale Aufgabe.
00:08:16: Das muss der Wasserversorger, egal ob es auch ein großer ist wie Bodensee-Wasserversorgung oder mit einem kleinen Wasserwerk, das müssen die Gewehr leisten.
00:08:25: Aber dass Wasser überall verfügbar ist... Eigentlich haben wir Wasserreichtum, wir haben gar keine Wasserarmut.
00:08:34: Wir müssen es nur wieder an die richtigen Stellen bringen und das ist ein globales Thema.
00:08:38: Bin ich aber sehr positiv gestimmt?
00:08:40: Das hat die Konferenz gezeigt, dass wir uns global Gedanken machen, dass das in der EU-Kommission angekommen ist, dass man mit der Frau Roswell jemanden haben, die sich um das Thema Wasser kümmert, dass die darunter ihre Leute auch so strukturiert, dass sie sich den Themen stellen einerseits global und trotzdem auch regional zusammenführen, dann muss uns nicht bange sein.
00:09:05: Nun haben wir natürlich auch kritische Stimmen gehört aus der Pharmaindustrie.
00:09:08: das Pharmawasser war da ein Thema.
00:09:11: Wie gehen wir mit dem Verursacherprinzip aus um?
00:09:15: Also wenn quasi Restbestände von Medikamenten sich im Wasser befinden, wer kommt dann da für die Kosten auf und ist das natürlich auch noch verglichen worden.
00:09:26: Mit den Kunststoffpartikeln, die ich da finde und da fühlt sich dann die Pharmaindustrie wieder nicht zuständig oder ungerecht behandelt.
00:09:34: also wie gehen wir bei dem Verurussacherprincipt aus um?
00:09:37: Der kam ja brummt, wenn auch ein bisschen später.
00:09:39: die Antwort von Gunther Röstel, dass natürlich die Kläranlagen mit dem Thema umgehen müssen.
00:09:45: Vierte Reinigungsstufe das ist europaweit nicht mehr weg zu reden.
00:09:51: Das wird kommen und
00:09:53: schon seit langer Zeit diskutiert worden
00:09:55: Genau und wird hier auch schon umgesetzt in Pilotprojekten.
00:09:58: Das Vor-Sacher-Prinzip ist grundsätzlich auch richtig.
00:10:02: Ich
00:10:02: glaube, vielleicht haben wir noch nicht die ganz richtige Lösung gefunden.
00:10:05: Vielleicht wenn die beiden damals richtig diskutieren finden sie die richtige Lösung?
00:10:10: Weil, wenn wir an die Tankstellen schauen, die haben das hingekriegt weil da zahlt am Ende der Tankstellenpächter genau die Zeche und kann die aber auch von seinen Kunden holen.
00:10:21: Und ich glaube in dem Fall, wenn die Apotheken beispielsweise die Zecke zahlen weiß es umlegen können dann eben auch auf den Preis der einzelnen Medikamente.
00:10:30: Dann wäre das eine Lösung gerecht ist und die alle Seiten sicherlich zufrieden stellen kann, weil der eine muss es bezahlen.
00:10:38: Die Kläranlagenbetreiber müssen die vierte Reinigungsstufe irgendwie einbauen und der Verursacher muss natürlich dafür aufkommen.
00:10:46: und ob der verursacher jetzt wirklich der Hersteller ist oder dann vielleicht die Apotheken das muss man dann vielleicht auch nochmal tatsächlich diskutieren.
00:10:54: Es ist aber ein alter Streit, den man schon bei der Verpackungsverordnung hatte.
00:10:57: Wer zahlt die Zeche?
00:10:58: Der Hersteller?
00:11:00: Der den Vertrieb macht?
00:11:01: Der Inverkehrbringer oder oder oder?
00:11:04: Am Ende des Tages sind es ja eh dann die Verbraucherinnen und Verbrauchern.
00:11:07: also insofern ist der Apothekenweg dann vielleicht der Richtige.
00:11:11: Immer ist es der Verbraucher.
00:11:13: Es ist immer der Konsum, der am Ende alles finanziert.
00:11:17: Also daher ist der Weg richtig und selbst bei der Verpackung sieht man ich zahle heute für jede Tüte irgendwie fünfzehn, zehnzehnt, fünfzig Cent und zahl das damit ja am Ende auch.
00:11:27: Und das ist völlig in Ordnung weil ich will ja auch eine saubere Umwelt haben muss sich dafür auch bezahlen und dann ist es aber auch angemessen an den Verbrauch die nicht tatsächlich habe.
00:11:38: Das ist doch völlig in Ordnung.
00:11:40: Irgendeiner muss es bezahlen und ich erleide bin's
00:11:44: nicht.".
00:11:45: Und die zwei Damen müssen sich einigen, das ist ja auch ein wichtiges Resümee.
00:11:50: Hat sie irgendetwas überrascht von den Vorträgen irgendwelche Aspekte, die Sie noch hervorheben möchten?
00:11:57: Na ja, überrascht nicht wirklich was.
00:11:59: Aber es ist interessant dass sehr viel mit Statistik gearbeitet wurde.
00:12:03: das vielleicht der eine Vortrag von Volkswagen noch ganz interessant gewesen die sehr viel Wasser eingespart haben, mich hätte dann natürlich interessiert wie das korreliert mit dem Produktionsbrückgang.
00:12:19: Oder ganz
00:12:20: gefährliche Frage!
00:12:21: Ja also das ist immer die Gefahr bei Statistiken.
00:12:25: wir können uns gerne immer Statistik gegenseitig vorlegen die richtig zu interpretieren dass es eigentlich genau das was wir noch machen müssen.
00:12:34: jetzt haben wir mal angefangen die Statistikanoffen zu legen und gilt Zeit in weiteren Konferenzen auch die Wahrheit zu finden, wie viel Einsparung den wirklich dann auf die Maßnahmen zurückzuführen sind und wie viele vielleicht auch Natroser haben.
00:12:48: Würdest
00:12:48: du im nächsten Jahr wieder eine Konferenz geben vom Handelsplatz?
00:12:52: Also ob das mit dem Handesblatt wieder funktioniert, weiß ich nicht.
00:12:56: Da muss man bei GWP vielleicht noch mal nachfragen aber German Water Partnership macht jedes Jahr solche Konferenzen seit vielen, vielen Jahren auch immer auf einem ähnlichen Niveau wo wir genau solche Fragen diskutieren.
00:13:09: im letzten Jahr war die Frau Roswell selber auch da.
00:13:12: also wir haben das auch immer schon auf den Niveaux gemacht.
00:13:14: mit dem handesblat hat es jetzt nochmal durchaus eine andere Qualität bekommen und eine breitere Sichtweise bekommen.
00:13:22: Also ich wünschte mir, dass es genauso weitergeht.
00:13:25: Vielen Dank für das Gespräch!
00:13:26: Sehr sehr gerne!
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